HuF Redaktion wird HuF Content House:
Gespräch mit CP MONITOR

Elisabeth Frenz und Michael Hopp stehen CP MONITOR Rede und Antwort: Warum haben sie sich umbenannt? Welche neuen Kunden konnten sie bereits gewinnen? Und was hat das Ganze mit journalistischer Glaubwürdigkeit zu tun? Es folgt das Original-Interview:

HoCA X-CR gründet Content House

Aus HuF Redaktionsbüro wird HuF Content House. Geschäftsführerin Elisabeth Frenz und Chefredakteur Michael Hopp im CP MONITOR-Gespräch über den Wandel und journalistische Glaubwürdigkeit im Content Marketing.

CP MONITOR: Am 30. Juni 2017 wurde das bisherige HuF Redaktionsbüro in HuF Content House umbenannt. Warum? Keine Lust mehr auf Redaktion?

Michael Hopp: Doch, aber gerade wenn wir journalistisch erfolgreich sein wollen, müssen wir unserer Inhalte auf alle Kanäle bringen! Dieses Interesse haben wir genauso wie unsere Kunden. Ich sehe es doch an meinen Kindern:  Was heute nicht am Handy stattfindet, findet praktisch nicht statt. Den Wandel erleben wir jetzt schon seit einigen Jahren und er wirkt sich enorm auf unsere Arbeit für Kunden aus: Prozesse werden schneller, Projekte kleinteiliger, Inhalte digitaler.

Elisabeth Frenz: Der neue Name Content House beschreibt einfach genauer, was wir wirklich machen und, was unsere Kunden von uns brauchen.

CP MONITOR: Und was machen Sie wirklich?

Michael Hopp: Unser Produkt ist im Kern redaktionell hergestellter Content. Redaktionell, weil wir bei der Erstellung journalistische Arbeitsweisen nutzen, vor allem die Recherche, den Check und den Gegencheck. Wir fühlen uns der Wahrhaftigkeit verpflichtet. Content insofern, als die Inhalte von vornherein so aufbereitet werden, dass sie in verschiedenen Medienkanälen – von Bookazines bis YouTube – eingesetzt werden können.

Elisabeth Frenz: Dazu kommt, dass der Begriff Redaktion sehr mit der alten Welt von Druckerzeugnissen verbunden ist. So wie Chefredakteur ja auch eher ein Auslaufmodell ist.

CP MONITOR: Es werden gerade heftige Diskussionen geführt, dass Content Marketing am Ende doch Werbung ist und mit Journalismus wenig zu tun hat…

Michael Hopp: Viele tolle Journalisten sind in den letzten Jahren ins Content Marketing gewechselt, weil die Verlage sie nicht mehr bezahlen konnten oder wollten. Der finanzielle Druck auf die Redaktionen ist so hoch geworden, dass viele Medien in Wirklichkeit nichts anderes machen, als Content Marketing. Dann auf „die anderen“ hinzuzeigen – das ist wirklich scheinheilig! Und je weniger die Anzeigenkunden werden, desto mehr Einfluss bekommen sie auf die Inhalte. Es gibt doch keinen Chefredakteur mehr, der den Wunsch eines Kunden ablehnen kann.

CP MONITOR: Aber Sie haben die Frage nicht beantwortet. Wie halten Sie es mit der Unabhängigkeit im Content Marketing? Sie werden doch von Unternehmen bezahlt…

Elisabeth Frenz: Wenn es klar ist, dass es Unternehmenskommunikation ist, dann ist es doch wunderbar!

Michael Hopp: Es geht um die Absender-Seriosität. Wenn deutlich ist, dass etwa Evonik ein Magazin herausgibt, ist dagegen nichts zu sagen. Im Gegenteil, der Leser hat oft den Vorteil, dass er gut gemachte, hochwertige Medien bekommt, für die er nichts bezahlen muss.

Unternehmenskommunikation bedeutet heute übrigens das Gegenteil von „Unseriosität“, weil Unternehmen strengen Corporate-Governance-Grundsätzen unterliegen, die jede Unwahrheit verbieten. Auch an der Börse darf man nicht lügen. Ich kann offen sagen, und dies gilt auch für meine Kolleginnen im Büro: So genau wie für Corporate-Medien haben wir für Publikumszeitschriften selten recherchiert.

Elisabeth Frenz: Im Corporate-Bereich wird man ja auch für jeden Fehler um einen Kopf kürzer gemacht! Und das ist auch richtig, denn wir sind mit für die Glaubwürdigkeit unserer Kunden verantwortlich.

Michael Hopp: Wo ich allerdings auch dagegen bin und finde, da muss mehr darauf geachtet werden: Wenn bei digitalem Content der Absender verwischt wird. Es gibt eine Studie aus den USA, mit der Aussage, dass 80 Prozent der 12- bis 18-Jährigen im Internet nicht mehr zwischen einer werblichen und einer redaktionellen Botschaft unterscheiden können. Das finde ich schlimm! Da muss der Absender der Botschafter für jeden sichtbar genannt werden. Darauf achten wir auf jeden Fall bei unseren Projekten.

CP MONITOR: HoppundFrenz hat einen bunten Mix von Aufträgen. Darunter sind Projekte von Verlagen und Agenturen, für die Sie als Sub-Dienstleister arbeiten, aber auch vermehrt Projekte, die Sie in Eigenregie durchziehen, wie für den internationalen Labortechnik-Anbieter Sysmex. Dazu gibt es noch die VINYL STORIES, wo Sie Chefredakteur sind und die Veranstaltungsreihen „Blattkritik Salon“ und „Content House Salon“. Klingt ziemlich nach Gemischtwarenladen…

Elisabeth Frenz: Es muss ja auch Spaß machen! Warum sollen wir nicht VINYL STORIES machen, das gibt Inspiration für andere Aufträge. Wir füllen unsere tägliche Arbeit mit viel Freude und Leidenschaft aus und das spüren auch unsere Kunden. Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter UND Kunden Spaß haben. Davon profitieren alle. Und die Veranstaltungen bringen uns wertvolle Kontakte und machen übrigens auch Spaß!

Michael Hopp: Mit dem 30. Juni ändert sich ja nicht nur unsere Bezeichnung, sondern auch was anderes: Unser Vertrag mit Hoffmann und Campe X geht zu Ende. Daraus ergibt sich zwangsläufig eine höhere Vielfalt unserer Kunden. Damit sind wir auch ein Stück weit neu geboren: Als unabhängige Marke, die sich am freien Markt bewährt.

Elisabeth Frenz: Mit dem Labordiagnostik-Hersteller Sysmex, dem Medienkonzern Edel, dem Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA, dem Lieferanten für die Luftfahrtindustrie HLC Aviation und dem Technologie-Unternehmen GTS Green Technology Solutions haben wir neben Hoffmann und Campe X auch schon fünf neue Kunden gewonnen, die diese Vielfalt unter Beweis stellen.

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